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Neue Arbeitswelt: Quereinstieg in Künstliche Intelligenz



Im Januar 2020 erhielt ich eine Anfrage, ob ich einem kurzen Interview zum Thema KI-Quereinstieg zustimmen würde. Warum das Thema mir so wichtig ist und wo ihr mehr zum Thema nachlesen könnt, erfahrt ihr in diesem Artikel.


Von Big Data zu Zukunftsnarrativen


2015 wurde mir die Zusatzrolle als "Digital Transformation Champion" innerhalb eines Versicherungkonzerns übertragen und damit schlitterte ich ohne es zu merken in das Thema Digitale Transformation hinein. Seit dem beschäftige ich mich leidenschaftlich gern mit Chancen und Herausforderungen neuer Technologien und zunehmend mit Initiativen, die digitale Teilhabe und Akzeptanz innerhalb Unternehmen und der Gesellschaft fördern. Im vergangenen Jahr gründete ich schließlich im Kontext des Microsoft KI-Festivals gemeinsam mit engagierten Menschen und der Narrativexpertin Christiane Brandes-Visbeck die Zukunftsnarrative - einer Initiative, die darauf abzielt Menschen aller Gesellschaftsbereiche durch positive Narrative und in ihrer Sprache in die Zukunft mitzunehmen.


Das Problem mit der Künstlichen Intelligenz


Künstliche Intelligenz zählt zu den abstrakten und schwer (be)greifbaren Technologien unserer Zeit, die in vielen Köpfen Horrormeldungen von Massenentlassungen und machthungrigen Maschinen hervorrufen. Im Rahmen des Wissenschaftsjahres 2019 veröffentlichte die Gesellschaft für Informatik eine Studie, die sich mit der Frage beschäftigte, welche popkulturellen Phänomene und Figuren das Bild der deutschen Bevölkerung von KI am stärksten beeinflusst haben. Mit 76 % machte schließlich der Terminator das Rennen. Es gibt daher immer wieder Menschen, die argumentierten, dass KI in Deutschland ein Imageproblem habe. Dabei stimmt das so nicht ganz.


Deutschland ist führend im Bereich der KI-Grundlagenforschung und schließt auch im AI Readiness Index im internationalen Wettbewerb sehr gut ab. Gleichzeitig ist es wohl auch eine gute Nachricht, dass die Anzahl der Studiengänge mit KI-Bezug in Deutschland wächst! Also rein theoretisch sieht es gut aus, doch praktisch bekommen wir vergleichbar wenig von dem Knowhow auf die Straße, noch gelingt es uns das Thema verschiedenen Gesellschaftsschichten zugänglich zu machen. Der breite und ausgewogene Diskurs zu KI in unserer Gesellschaft fehlt schlichtweg. Während die Anzahl der KI-Startups in ausgewählten deutschen Tech-Hub langsam steigt (siehe Grafik), sichern sich die USA und China die Spitzenplätze im internationalen Wettbewerb - auch im Hinblick auf Patente und Investitionen. Es überrascht daher nicht, dass auch die Industrie hinterher hinkt. Etablierte Unternehmen beklagen dabei den massiven Fachkräftemangel im Tech-Bereich und in KI-relevanten Berufen. Hier kommt das Thema Quereinstieg ins Spiel!



Quereinstieg KI: Geht das überhaupt?


Die Frage sollte vielmehr lauten: Wie geht das? Denn auf unserer Reise ins KI-Zeitalter werden wir nicht nur Data Scientists, Softwareingenieure oder UX-Spezialisten benötigen. Eine Tatsache, die vielen nicht wirklich bewusst ist - teilweise leider eben auch nicht denen, die die intelligenten Algorithmen zum Leben erwecken. Silos und Monokulturen sind hier die Unwörter der Stunde. Das Problem, das sich uns stellt, ist, dass KI-Anwendungen oftmals nicht nach ethischen oder demokratischen Prinzipien geschaffen wurden und ebenso fehlerbehaftet und widersprüchlich sind wie ihre Entwickler.


Wer also Kritik an KI übt und sie ablehnt, der übt damit gleichzeitig Kritik an unserer Gesellschaft. Wir brauchen daher dringend auch fachfremde und diverse Mitgestalter*innen. Jede(r) von uns hat es in der Hand die Voraussetzungen zu schaffen, die es uns ermöglichen KI aktiv mitzugestalten - als Einzelperson und in Unternehmen. Denn zu den Personen, die aktiv an der Gestaltung und Entwicklung künstlicher Intelligenz mitwirken sollten, zählen auch Expert*inn*en aus den Bereichen Bildung, Kommunikation, Psychologie, Philosophie oder Ethik.


Unternehmen hadern heute jedoch damit eine geeignete Willkommenskultur zu schaffen, die interne und externe Quereinsteiger*innen in zukunftsfähige Berufsbilder begleitet. Mischen wir uns also aktiv in die Debatte ein und fragen wir unsere Arbeitgeber und Unternehmen: Wie kann ich mich einbringen?


KI und die Zukunft der Arbeit - Leseempfehlung


Zurück zum Anfang: der Interviewanfrage. Durchgeführt wurde das Interview von Stephanie Fischer. Ihr Ziel: eine Veröffentlichung, die Erkenntnisse aus verschiedenen Experteninterviews zusammenfasst und Handlungsempfehlungen für Unternehmen ableitet, die den Quereinstieg im KI-Umfeld aktiv fördern wollen. Dabei ist Stephanie selbst ein glänzendes Beispiel für den KI-Quereinstieg. Nach dem BWL-Studium mehrten sich die Berührungspunkte mit Big Data, Machine Learning & Co. 2017 gründete sie schließlich ihr eigenes Unternehmen: die datanizing GmbH. 2018 wurde sie als „IT Woman of the Year 2018“ in der Kategorie Technical Innovation ausgezeichnet.


Stephanie's finaler Artikel ist hervorragend aufbereitet und beleuchtet Ansätze für neue Unternehmensstrukturen aus einer angenehmen Fallhöhe für Entscheider und Interessierte. Den Artikel könnt ihr hier abrufen.


Viel Spaß beim Lesen und denkt daran: #SharingisCaring!

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